2022 – BBK Jahresausstellung – k e i m f r e i
Meine Arbeiten sind Annäherung, wollen und sollen Gedankenraum sein,
Anspielung, Anstoß und Frage.
Sie erzählen von Isolation, vom Innen und vom Aussen – eine vorsichtige Sichtbarmachung spürbarer Verschiebungen unseres Seins.
R e s t h a u t
Gewachsenen Hautschichten gleich, ist es Abbild, unserer ganz persönlichen und individuellen „SeinsSchichten“. Transparent, durchscheinend, dünnhäutig, zeigt sich verbleibende Resthaut. Stetig gesäubert, steril gehalten . Eingeseift und im Keim erstickt. Es bleibt das „Da Sein“. Unscheinbar, kaum sichtbar.
100 x 100 cm Zwischenlagepapiere – Transparente alter Fotoalben
auf Tuch, in Schichten verklebt mit Kernseife überzogen.

M e t a m o r p h o s e
Einer Kartografie gleich, bilden vergilbte Stücke von Zwischenlagepapieren eine Ordnung unseres Seins. Ein Mosaik, wie ein Dünnschliff von etwas vielschichtigem. Es bleibt ein Ausschnitt – einer Oberfläche unseres
„Da Seins“ – den Strukturen unserer Wirklichkeit.
100 x 100 cm Zwischenlagepapiere – Transparente alter Fotoalben
auf Tuch, in Schichten verklebt mit Kernseife überzogen.


R e s t s e i l w u n d e n
Die Arbeit zum Thema menschliche Züge will und kann nur eine Annäherung sein, eine Gratwanderung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit. Vielleicht eine Sichtbarmachung von etwas Spürbarem. Das Bild erzählt von der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, den Wunden vergangener Tage und den damit zwischenmenschlich gewachsenen „Masken“, die wir tragen. Fotorealistisch gemalt, will es Empfindung zeigen, wie ein Spiegelbild menschlicher Seele mit seinem verborgenen Schmerz, der Angst die damit einhergeht, gefangen und doch gehalten in „Seilschaften“ verbunden – getragen und gesichert. Eine lautlose Klage der Ausweglosigkeit über eine Pflicht und Schuld unseres Schweigens, unserer Abhängigkeiten, über das Erbe unserer Beziehungsgeflechte. So sind und bleiben wir in Beziehung, und doch ist jeder mit sich selbst allein.
2020 – Bild des Monats – Schärling Hildesheim